A piacere

Gemeinsam mit dem Kooperationspartner Berlin Hyp präsentiert die POSITIONS Berlin Art Fair eine besondere Werkreihe der Berlin Hyp-Preisträgerin Jieun Kim in einer digitalen Einzelausstellung.

 

Mit dem Ausstellungstitel A piacere (italienisch: nach Belieben) spielt die Künstlerin und studierte Violinistin auf die Musik an. Nicht nur hier findet sie innerhalb einer Komposition einen Moment der Freiheit, der beim Ausführen den persönlichen Ausdruck auf besondere Weise zulässt und dazu auffordert, eine eigene Variante zu wählen.

 

In ihren Digital Drawings erweitert Jieun Kim das Spektrum der ihr als Malerin zur Verfügung stehenden Mittel um den Digitalen Raum.

In stetiger Auseinandersetzung mit dem bereits Vorhandenen lotet sie die Harmonie und Ästhetik im malerischen Prozess auf den sich verschränkenden, gleichwertigen Ebenen des Digitalen und Analogen aus.

Dabei entstehen spannungsreiche Bilder, die die Betrachtenden auf erfrischende und ungewöhnliche Art auffordern, sich formal und inhaltlich auseinanderzusetzen.

 

Teile eines QR Codes sind in den Arbeiten ebenso zu entdecken wie Horizonte, Berge oder Treppen. Linien, Flächen und geheimnisvolle Silhouetten teilen sich einen abstrakten Bildraum, in dem keine logische Perspektive, wohl aber ein „Davor und Dahinter“ bestehen. Verspielt, frech und humorvoll setzt Jieun Kim Wellen, Löcher und dreidimensional wirkende Objekte in weltraumähnliches Schwarz oder knallbunte Unendlichkeit. Wie auf einem Notenblatt führt das Auf und Ab der Bildelemente im Farbraum dazu, dass der Blick fast automatisch von einem Punkt zum nächsten geleitet wird.

Manches tritt zurück, dafür taucht „plötzlich“ etwas anderes auf.

Beim Erforschen des Bildes scheint sich auch eine zeitliche Dimension zu öffnen, innerhalb der die Dinge aufeinander reagieren, der Blick über einzelne Elemente weitergeleitet wird oder eintaucht, innehält oder rastlos bleibt. Im Spiel mit Transparenz und Opazität lässt Jieun Kim diese mal als Stopper fungieren, mal als Wände oder Körper miteinander kollidieren. Wie Töne vermitteln auch die kräftigen Farben eine Stimmung, wirken leise oder laut. Faszinierend dabei ist besonders die lebendige Wirkung des gezeichneten, manuell entstandenen Pinselstrichs, der wie ein Gegenpol im Kontrast zu den digitalisierten Partien, den perfekt gleichmäßigen Übergängen, unerbittlich durchgängigen Farbfächen, harten Konturen, kontrollierten Unschärfen und Verpixelungen steht.

 

Jieun Kims Digital Drawings mögen an Aspekte der Pop Art, des Surrealismus, der Geometrischen Abstraktion oder des Orphismus erinnern, zeigen uns aber schließlich eine neue, überaus zeitgenössische Bildwelt und deren mögliche Perspektiven, die unsere Neugier zu wecken vermag und bei deren Betrachtung Spaß und Momente der Kontemplation gleichermaßen evoziert werden.

 

Jieun Kim ist 1989 in Incheon, Korea geboren und lebt und arbeitet in Nürnberg, wo sie seit 2015 an der Akademie der Bildenden Künste studiert. Auf der POSITONS Berlin Art Fair 2019 waren ihre Arbeiten im Rahmen der kuratierten Sonderausstellung Academy POSITIONS zu sehen. 

 
 

Artist Statement

In meinen Bildern möchte ich Farbe, Form und Materialität untersuchen und analysieren, wie es zu harmonisch-ästhetischen Zuständen im Medium Malerei kommt.

 

Der Prozess zum fertigen Bild kann von ein paar Wochen bis zu mehreren Monaten dauern. Am zeitaufwendigsten ist das Überlegen und Beobachten des malerischen Prozesses. Beides wird stark von meiner materiellen und digitalen Realität beeinflusst. Meine Malweise ist sehr intuitiv aber auch langsam und die Komposition entsteht aus dem ständigen Hinterfragen nach der Notwenigkeit innerhalb des Bildraumes.

 

Manchmal male ich auf Holz und schnitze anschließend wieder Material weg, nähe Linien oder collagiere. Ich möchte auf diese Weise eine subtile Dreidimensionalität schaffen, welche beim Betrachten der Bilder erspürt werden kann. So möchte ich meiner reduzierten und graphischen Malerei noch einen weiteren haptischen Aspekt hinzufügen.

 

Vor meinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg studierte ich in Korea Geige, die ich spiele seit ich sieben Jahre alt war. Die klassische Musik war dadurch ein großer Teil von mir und spielt bis heute für mich eine wichtige Rolle. Aus meiner Perspektive ist es spannend, Unterschiede in den Arbeitsweisen von Musik und Kunst zu beobachten. Ich finde interessant, dass Musik sehr körperlich, beweglich und vergänglich ist. Meinen malerischen Prozess hingegen nehme ich als eher ruhig und zeitlich stabil wahr. Meine Malerei hat mehr mit den Augen und den Gedanken zu tun – das Gestisch-Körperliche tritt in einer anderen Weise in Aktion.

Obwohl ich nicht bewusst versucht habe, meine Malerei mit Musik zu kombinieren, wurde ich oft gefragt, ob es von meinen Bildern eine Verbindung zur Musik gebe. Ich fragte mich, ob es tief in meinem Unterbewusstsein eine solche Verbindung gibt und ob die Assoziation zu Bewegung, Rhythmus und Schwingung eine Bedeutung für mich hat.

 

In der klassischen Musik lassen sich viele komplex-harmonische und präzise Kombinationen von Konsonanz und Dissonanz, von verschiedenen Klangfarben und weiteren Sound-Elementen finden. In meinem Malereiprozess sehe ich Parallelen, allerdings ist es im Moment noch schwer zu fassen, wie genau mein musikalischer Hintergrund meine Malerei beeinflusst. Seit vorletztem Jahr beschäftige ich mich auch künstlerisch mit Sound und suche so eine mögliche Verbindung zu meiner Kunst und Malerei.

 

Biografie

JIEUN KIM

 

geboren 1989 in Incheon, Korea

lebt und arbeitet in Korea

 

seit 2015

Studium der Freien Malerei, Klasse Prof. Susanne Kühn 

an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg

 

2007 - 2012

Studium der Violine, Bachelor of Music, Sookmyung Women's

University, Seoul, Korea

Ausstellungen (AUSWAHL)

 

2020

Online-Ausstellung Berlin Hyp-Preis 2019

ANSBACH CONTEMPORARY: Immer weiter... Malerei heute. 3. Biennale für zeitgenössische Kunst,

kuratiert von Theresa Bischoff, Ihsan Alisan und Johannes Vetter, Ansbach

 

2019

Code: Between this and that, Vitrine, Nürnberg (Solo)

Fill in the Blank, Ausstellung mit Minhye Kim, Edel Extra, Nürnberg

On a scale of many, kuratiert von Judith Grobe und Gergana Todorova, 

Ausstellungshalle, Nürnberg

Academy POSITIONS by Berlin Hyp, POSITIONS Berlin Art Fair, Berlin

 

2018

Ecouter Le Monde, Soundinstallation, Klasse Gahn der Musikhochschule 

Nürnberg, Venedig

 

2017

PROST!, Ausstellung deutscher Bier Illustrationen, Kater Murr, Nürnberg (Solo)

Nuernberg Transfer, Ausstellung der Klasse Kühn, HGB Leipzig

GRUFT, Gruppenausstellung der Klasse Kühn, Städtische Galerie, Schwabach

 

2015

Remember, Create and Honor, Ausstellungsprojekt in New York and Seoul, 

K/REATE, Seoul und Group Y, New York

ATLAS, Projekt der Klasse Kühn, Kunstverein Freiburg

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